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Willkommen auf meiner Homepage „Paprottas Paragrafen“!



„Paprottas Paragrafen“ ist eine ironische Rechtskolumne, die Ihre Leser  immer montags im „Neumarkter Tagblatt“ der Stadt Neumarkt in der Oberpfalz, einer Lokalausgabe der Mittelbayerischen Zeitung in Regensburg,  bei der morgendlichen Frühstückslektüre heimsucht (auch online verfügbar).


Sinn und Zweck der Übung ist es, das Recht aus meiner Perspektive – also der eines Rechtsanwaltes – in seiner Faszination, seinem Facettenreichtum und seiner Kuriosität zu beleuchten und dabei die Mitwirkenden des „Juristischen Circus“, also Rechtsanwälte, Richter, Staatsanwälte, Gutachter, Kläger, Beklagte, Angeklagte und so weiter  gelegentlich zu beschreiben und zu charakterisieren. Schwerpunktmäßig handelt es sich dabei um „Bildungssatire“. Man soll beim Lachen etwas lernen (und auch umgekehrt). 

Unter den einzelnen Rubriken/ Themenschwerpunkten

finden Sie daher bestimmt die ein oder andere Kolumne, die Sie interessieren könnte. 

Einen kleinen Vorgeschmack liefert die unten stehende Kolumne Feuerwehrmann  müsste man sein vom Februar 2014.

Viel Spaß beim Lesen und Durchstöbern meiner Homepage "Paprottas Paragrafen"!


Ihr Geedo Paprotta (Rechtsanwalt)


 

Feuerwehrmann müsste man sein 

 

Woran merkt man, dass ein Rechtsanwalt lügt? Seine Lippen bewegen sich! Mieser Witz, nicht wahr? Sowas geht wirklich unter die Gürtellinie. Feuerwehrmann müsste man sein, nicht Rechtsanwalt. Es gibt nämlich nicht allzu viele Berufe, um die es in puncto öffentliches Ansehen mieser bestellt ist als um den des Advocaten. 


Dazu gibt es sogar streng wissenschaftliche Erhebungen! Während Feuerwehrleute bei 94% der Bevölkerung das höchste Ansehen genießen (Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2013), dümpeln wir Rechtsanwälte bei 24 % Ansehen dahin – Tendenz jährlich fallend (Institut für Demoskopie Allensbach, 2013). Nur Politiker und Bänker schneiden noch mieser ab, aber das ist kein wirklicher Trost, nicht wahr? Angeblich soll es übrigens in den Vereinigten Staaten um das Ansehen von Anwälten noch katastrophaler bestellt sein – ich habe in amerikanischen Anwaltskreisen folgenden Witz gehört: In vielen medizinischen Forschungslabors ist man zwischenzeitlich davon abgekommen, Tierversuche an Ratten durchzuführen. Man verwendet dafür jetzt vielmehr Rechtsanwälte. Das hat zwei klare Vorteile: im Gegenteil zu Ratten sind Anwälte für eine kleine Vergütung bereit, wirklich alles zu tun. Außerdem werden die Testreihen nicht dadurch verfälscht, dass die Wissenschaftler Sympathie oder Mitleid entwickeln, was bei Ratten regelmäßig passiert ist. 


Eine furchtbare Geschichte, nicht wahr? Als besonders ungerecht empfinde ich die Tatsache, dass Rechtsanwälte und Richter exakt die gleiche langjährige Ausbildung absolvieren. Richter aber genießen in der Bevölkerung ein formidables Ansehen: nach der bereits zitierten Bürgerbefragung werden sie von 78% der Bevölkerung verehrt. Was haben die, was wir Anwälte nicht haben? 


Ähnlich unverdient das hohe Ansehen von Ärzten und Architekten, obgleich der Beruf des Rechtsanwaltes doch viel älter ist, wie folgendes Gespräch verdeutlicht: Ein Arzt, ein Architekt und eine Anwalt streiten in ihrem Rotarier-Club, welcher Beruf der ältere sei. Der Arzt ist felsenfest überzeugt, dass er den ältesten Beruf hat: "Gott schuf Eva, indem er von Adam eine Rippe nahm. Also muss Gott ein Chirurg gewesen sein und somit ein Arzt!“ Der Architekt hält dagegen: "Gott schuf die Welt, davor war nur das CHAOS. Gott also war der erste Architekt“. Der Anwalt zieht grinsend an seiner Zigarre und erwidert: „Alles richtig, meine Herren. Aber was glauben Sie wohl, wer das CHAOS erschaffen hat?" 


Möglicherweise kommt der schlechte Ruf der Anwälte aber auch daher, dass sie so unverschämt teure Rechnungen stellen? Ein Mann geht in eine Kanzlei und fragt den Rechtsanwalt nach den Gebühren für eine Auskunft: "Drei Fragen 1200 Euro", antwortet der Anwalt. "Das ist doch ziemlich teuer, oder?", fragt der Mann. "Ja", antwortet der Anwalt - "Und wie lautet ihre dritte Frage?" 


Ok. Zwei noch zum Schluss: Frage: Würden Sie einem Anwalt die Füße küssen? Antwort: Kommt darauf an wie hoch er hängt! Und was ist, wenn 10 Rechtsanwälte bis zum Hals im Sand stecken? Dann hat der Sand nicht gereicht.  


Geedo Paprotta, September 2015, Neumarkt in der Oberpfalz