Recht im Restaurant 


Gehen Sie gerne in Restaurants? Kommt darauf an, werden Sie vermutlich völlig zu Recht antworten. Ganz besonders auf die so genannten „weichen Faktoren“, nicht wahr? Ich meine damit nicht nur die Frage, ob das Steak zäh wie ein Turnschuh ist. Ich meine die menschliche Komponente! Dabei haben wir es in der Oberpfalz noch gut. Im benachbarten Franken gilt eine Bedienung ja angeblich schon als „freundlich“, wenn sie nicht handgreiflich wird. Aber natürlich spielt vor allem die Qualität des Essens die zentrale Rolle hinsichtlich der Bewertung eines Gourmettempels. Man muss sich da als Gast übrigens keinesfalls alles bieten lassen! 

Das Amtsgericht Burgwedel (Az. 22 C 669/85) urteilte schon vor fast 30 Jahren, dass man sogar ein paar Happen probieren darf, bevor man ungenießbaren Fraß zurückgehen lässt. Wenn man allerdings fast alles verputzt hat, muss man es auch zahlen. Das gilt freilich nicht, wenn sich im letzten Bissen ein „scharfkantiger Gegenstand“ befindet. 

Das AG Köln verdonnerte einen Wirt zur Begleichung der Zahnarztrechnung, der seinen Gast diesbezüglich mittels eines Granitsplitters zum „Steinbeißer“ machen wollte, Az. 122 C 208/05. 

Ganz anders sieht es wiederum bei Granatsplittern aus - wenn sich nämlich zum Beispiel ein wilder Hase auf dem Teller findet, in dem noch Schrot und Korn stecken. Wer Wild ist, der muss vorsichtig kauen – so das Amtsgericht Waldkirch, Az. 1 C 397/99. 

Wo wir beim Wild sind: wissen Sie, wo der Begriff „die Zeche prellen“ herkommt? Zeche, das war schon im 15. Jahrhundert die Wirtshausrechnung. „Prellen“ hingegen kommt von einem Brauch aus der Fuchsjagd im 17. Jahrhundert. Meister Reineke wurde auf einem straff gespannten Tuch wiederholt hochgeschleudert und so um seine Freiheit „geprellt“ (Fuchsprellen). 

Das wäre eine noch milde Bestrafung für ein junges Pärchen gewesen, das im Februar 2012 vom Amtsgericht Eschwege gnadenlos zu einem bzw. eineinhalb Jahren Freiheitsstrafe wegen Betruges verurteilt wurde, nachdem die beiden Wiederholungstäter sich zechprellender Weise durch ein halbes Dutzend nord-hessischer Gasthäuser geschlemmt hatten. 

Zurück zu den ehrlichen Gästen. Was hilft der beste Braten, wenn man zwei Stunden schmoren muss, bis er endlich kommt? Wer mehr als eineinhalb Stunden auf sein Essen warten musste, darf die Rechnung um 30% mindern, urteilte das Landgericht Karlsruhe, Az. 1 S 196/92. 

Aber selbst nach einem perfekten Mahl kann einem der Restaurantbesuch noch verregnet werden – was besonders unschön ist, wenn man feststellt, dass einem an der Garderobe der Mantel geklaut wurde. Der Bundesgerichtshof entschied bereits 1980 über einen geklauten Ozelotpelz: Der Wirt musste die dafür veranschlagten 5000 Mark damals nur deshalb nicht bezahlen, weil sich die Garderobe in Sichtweite des Gastes befand. Andernfalls hilft dem Wirt sein „Für Garderobe wird nicht gehaftet“ so wenig wie ein Fischmesser zur Kürbiscremesuppe (Az. VIII ZR 33/79). 


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